Silvesterortsrundgang am 30.12.2007
Evangelische Kirche in der Bahnhofstraße Nr.: 2
Eine Kirche in Dornheim wurde im Jahre 1191 urkundlich genannt. In der Ortsmitte stand bis zur Reformation die
katholische Kapelle St. Michael als Begräbniskirche, der Friedhof lag lange Zeit bei dieser Kapelle mitten im Dorf. Die katholische
Pfarrkirche St. Agatha war vor dem Dorf am heutigen Friedhof.
Die katholische Kapelle St. Michael in der Ortsmitte wurde nach der Reformation zur
evangelischen Pfarrkirche St. Michael bestimmt und durch Umbau und Renovierung mehrmals entscheidend verändert.
Die ehemalige katholische Pfarrkirche St. Agatha vor dem Dorf (die noch 1681 stand) diente von nun an ausschließlich als
Begräbniskirche und der Kirchhof von St. Agatha als Friedhof.
Die alte Kirche St. Michael wurde von 1808 bis 1810 durch einen größeren Neubau mit einem Turm von 50 Meter
ersetzt. Am 24. Juni 2010 kann man den 200 Jahrestag der großen Einweihungsfeier der Dornheimer Kirche St. Michael begehen.
Durch einen Blitzschlag brannte der Kirchtum 1834 ab. Die Kirche konnte durch den Einsatz mehrere Feuerwehren der Umgebung gerettet werden.
Die Dornheimer Kirche brande nach dem Angriff amerikanischer Flieger am 12. Dezember 1944 vollständig aus. Das Kirchenschiff wurde unter
Verwendung der sehr starken Umfassungsmauern 1954 wieder aufgebaut. Am 30. November 1958 konnten vier neue Bronzeglocken mit dem Gesamtgewicht
von 2062 kg geweiht werden und in dem nun auch fertig gestelltem Turm aufgehängt werden.
Erste Schule Dornheims in der Bahnhofstraße Nr.: 6
In Dornheim gehen die Kinder schon seit 1583 in die Schule. Die Dornheimer Schulen gehört somit zu den ersten Schulgründungen im
Landkreis (im Jahr 2008 sind es 425 Jahre Schule in Dornheim). Der erste Schulhausbau, wohl mehr als eine
für schulige Zwecke hergerichtete Wohnung des Schulmeisters, befand sich an der östlichen Seite der Kirche.
In den sehr schweren Notzeiten nach dem 30jährigen Kriege wurde auch an die Schulbildung gedacht und 1661 ein "Schulstalles"
(Gemeiderechnungen) gebaut. 1697 kam noch ein Anbau dazu.
1716 wurde das alte Schulhaus durch ein neues Schulhaus neben der Kirche ersetzt. In
den Gemeinderechnungen wird ausführlich über die Kosten berichtet. Unter anderem über die Höhe der Trinkgelder
für die Flößer, die das Floßholz brachten und über das Brückgeld, dass beim Abholen der beiden neuen Öfen aus
dem Nürnberger Hof in Frankfurt, entrichtet werden musste. In dieser Schule (in denen die Lehrer jeweils auch wohnten) wurde von 1716 bis
1888 Unterricht für die Dornheimer Kinder abgehalten.
Es gab dann ab 1850 mit der Errichtung der Rathaus schule (Bahnhofstraße 11) bis
1888 gleichzeitig drei Schulgebäude in Dornheim.
Dampfmolkerei und Mühle in der Kirchgasse Nr.: 1
Die 1881 errichtete Dampfmolkerei mit eigenem Mühlenbetrieb in Dornheim gehörte zu den ersten in Hessen. 17 Dornheimer Bauern
gründeten diese Molkerei in der alle gängigen Molkereiprodukte hergestellt und alle Getreidesorten vermahlen wurden. 1892 hatte sich
der Betrieb so gut entwickelt, dass man die achtpferdige Dampfmaschine durch eine 4 x größere Maschine mit 32 Pferdestärken
ersetzen konnte.
Am 5. Oktober 1893 wurde durch ein gewaltiges Feuer der Betrieb fast vollständig zerstört. Die sich in den vollen Lagerhallen der
Mühle befindliche Frucht, geriet schnell in Glut und erging als feuriger Regen über das Dorf nieder. Die Dampfmolkerei wurde nach dem
Brand wieder aufgebaut und erweitert, man richtete jetzt zwei Mahlgänge und einen Schrotgang ein.
1907 wurde eine elektrische Zentrale errichtet und 2 Bogenlampen erstrahlen als erste in der Kirche.
Dornheim war mit der elektrischen Beleuchtung einer der ersten Orte im Kreis Groß-Gerau.
Der Betrieb geriet, auch durch Kündigung einer Hypothek von 32.000 Mark, in finanzielle Schwierigkeiten und wurde von den 11 Genossen
verkauft (danach min. fünf mal weiter veraüßert).
Die Molkerei wurde in der 30er Jahren und der Mühlenbetrieb in den 60er Jahren eingestellt.
Landschreiberhaus in der Bahnhofstraße Nr.: 9
Das älteste Fachwerkgebäude von Dornheim ist ein eingetragenes Denkmal und steht unter dem Schutz der Denkmalschutzbehörde.
Der hessische landgräfliche Landschreiber Johann Bathasar Sensenschmitt ließ das Haus im Jahre 1576 erbauen. Im ersten Stock des sehr
schönen Fachwerkgebäudes befinden sich mit die schönsten Stuck decken weit und breit, leider steht der erste Stock seit mehreren
Jahrzehnten leer. Das Gebäude wurde in den letzten Jahrzehnten von einer Bank und einem Getränkemarkt genutzt.
Zur Zeit wird das 431 Jahre alte Fachwerkgebäude, als Laden für Schreibwaren und Geschenke genutzt und enthält zeit Dezember 2007
auch eine Filiale der Deutschen Post.
Brennhaus Fehr in der Bahnhofstraße Nr.: 11
Das Gebäude wurde am 25. März 1841 von der Gemeinde Dornheim von der früheren Brennerei Fehr gekauft und zu einem Rathaus
(Rathaussaal im oberen Stockwerk), Spritzenhaus und Faselstall umgebaut. Am 19. September 1850 wurde im Rathaus die Rathausschule für die
1. und 2. Schuljahrklasse mit Lehrerwohnung errichtet. Es gab von 1850 bis 1888 gleichzeitig drei Schulgebäude in Dornheim, in denen die
Lehrer jeweils auch wohnten.
Neben dem Schlafzimmer des ersten Lehrer der Rathausschule Früauff befand sich der Faselstall und der Lehrer
Früauff konnte nachts nicht schlafen. Mit seinem Ersuchen beim Ortsvorstand das Vieh anderwärts unterzubringen erreichte der Lehrer
Früauff, dass der Faselstall in die Zentscheuer eingebaut wurde und er nachts wieder schlafen konnte.
Alte Scheune in der Bahnhofstraße Nr.: 13
Das Gebäude steht auf dem Anwesen des frühere Föhrs-Gutes, wo sich die Zehntscheuern befanden. Diese Zehntscheuern waren mit den
Steinen aus dem Abbruch des Dornberger Schlosses gebaut. Um 1870 brannten diese Scheuern ab, mit den Steinen der abgebrannten Zehnt scheuern
wurde auf dem gleichen Grundstück im Jahr 1873 die "Alte Scheune" neu aufgebaut
(eingelassener Kopfstein am Haupttor; im Jahr 2008 ist die "Alte Scheune" 135 Jahr alt).
Das Gebäude "Alte Scheune" weist einige markante Merkmale auf:
- Steine an der Außen mauern bis 70 cm Stärke
- Original Ziegeldach
- Dach und Innengebälk besteht aus altem Flößerholz
- Haupttor mit Originalbeschlägen und Originalbalken
- Giebelfronten mit massiven Firststeinen (nach Art von Dachreitern)
- Alte behauene Gesimssteine
- Verschnörkelte schmiedeeiserne Balkenhalterungen
- Die nördliche Giebelfront ist von der Bahnhofstraße Nr. 17 + 19 gut zu sehen.
Der Antrag auf Denkmalschutz im Jahr 1997 wurde leider von der unteren Denkmalschutzbehörde nicht zugestimmt.
Die Scheune wird zur Zeit als Dornheimer Bauhof und als Lager der FFW-Dornheim 1884 e.V. und des HGV-Dornheim 1986 e.V. benutzt.
Eisenbahnanschluss / Bahnhof in der Bahnhofstr. 100
Am 24. November 1879 wurde die erste eingleisige Eisenbahnverbindung zwischen Frankfurt und Mannheim ihrer Bestimmung übergeben. Hiermit
hielt die Neuzeit Einzug in das Rieddorf Dornheim. Am Anfang konnte leider noch kein regelmäßiger Zugverkehr gewährleistet werden.
In Dornheim gab es gleich am Anfang als Bahnhof ein festes Holzgebäude und hob sich deshalb von den meist üblichen Bretterbuden der
Umgebung ab. Die meisten Fahrgäste waren Arbeiter, die außerhalb Dornheims eine Arbeit hatten oder suchten. Sie mussten nicht mehr wie
vorher in tagelangen Fußmärschen mit dem Essen im Rucksack, über Land ziehen und die ganze Woche fern der Familie verbringen. In
der Regel konnten die Arbeiter am Abend wieder mit der Bahn nach Hause zurückkehren. Die Bahn - die neue Einrichtung- war für diese
Menschen ein wahrer Segen.
Anfangs gab es drei streng voneinander getrennte Klassen und Wagenabteilen, die ganz bestimmten Personengruppen zugeordnet waren. Im Jahr 1898
richtete man noch eine vierte Klasse für "Maurer und andere schmutzige Berufe" ein.
Der ehemalige Bahnhof (laut Deutsche Bahn AG ein nicht mehr betriebsnotwendiges Empfangsbebäude) steht seit mehreren Jahren leer und wurde
Ende November 2007 mit 489 weiteren Eisenbahnstationen - davon 50 in Hessen - von der Deutsche Bahn AG an eine Investmentgesellschaft zusammen
mit den Eisenbahnstationen in Biebesheim, Stockstadt und Dornberg verkauft (einzig die Gebäude, nicht aber darum liegende Flächen,
wurden veräußert).
Katholische Kirche in der Adalbert - Stifter Str. Nr.: 15
Seit der Reformation lebten in Dornheim (um ca. 1530) gar keine oder sehr wenige Katholiken. Sie wurden seit 1930 von Groß-Gerau mit
betreut. Mit den Heimat vertriebenen nach dem zweiten Weltkrieg kamen viele katholische Heimat vertriebene nach Dornheim. Eine Kriche für
die Katholiken wurde gebraucht und möglich.
Der Bau der Kirche wurde mit sehr viel freiwilliger Arbeit 1967 begonnen. Ohne die sehr großen finanziellen Opfer der
Gemeindemitglieder wäre die Errichtung der neuen Kirche nicht möglich gewesen. Die Kirche wurde am 13. Juni 1968 eingeweiht. Das
Gotteshaus trägt den Namen Johannes des Täufers.
Im Stadtgebiet von Groß-Gerau gibt es in 7 Kirchentürmen insgesamt 24 Glocken und die beiden ältesten Glocken im Stadtgebiet von
Groß-Gerau befinden sich im Glockenturm der Katholischen Kirche Sankt Johannis in Dornheim (die Glocken sind heute 253 Jahr und 162 Jahr
alt). Sie sind 1754 mit 170 kg Gewicht in der Glockengießerei Benedikt und Johann Georg Schneiderwinn in Frankfurt und 1845 mit 121 kg
Gewicht in der Glockengießerei Karl Otto in Mainz gegossen worden. Am 29. Dezember 1966 wurden die beiden sehr alten Bronzeglocken (damals
212 Jahr und 121 Jahr alt) von Bingen-Büdesheim nach Dornheim gebracht. Sie waren ein Geschenk der Katholischen Kirchengemeinde Sankt Martin
in Büdesheim an die Katholische Kirchengemeinde Sankt Johannis in Dornheim. Im Jahr 2008 kann das Jubiläum 40 Jahre Katholische Kirche
Sankt Johannis in Dornheim gefeiert werden.
Hochwasser 1882 / 1883 / Stein in der Mauer in der Große Kreisgasse Nr.: 13
Im Spätsommer 1882 zerstörten ungeheure Hagelschläge in den umliegenden Gemarkungen die stehende Ernte. Als danach in Dornheim
begonnen werden sollte die unzerstörte Ernte einzuholen, setzte plötzlich über Nacht ein unaufhörlicher wochenlanger Regen
ein und überflutete die umliegenden Felder, da die gewaltigen Wassermassen nicht schnell genug abfließen konnten.
Im Oktober 1882 wurde zum ersten Mal über die Trockenlegung des Rieds gesprochen, als an einem Tag fast gleichzeitig alle Bäche
über die Ufer traten. Die Bauern eilten mit Booten und Nachen auf die überfluteten Felder, um wenigstens noch einen Teil der
Kartoffelernte zu retten.
Überall in den umliegenden Dörfern standen ganze Straßenzüge unter Wasser. In Dornheim war man misstrauisch geworden, man
müsse sich auf alles gefasst machen und errichtete deshalb Notdämme um das Dorf. Anfang November 1882 setzten plötzlich starke
Schneefälle ein, die den Wasserstand im Rhein in wenigen Tagen um einen ganzen Meter steigen ließen. Der Rhein trat dann am 13.
November 1882 bei Mainz über die Ufer. Bischofsheim, Ginsheim und Oppenheim versanken regelrecht im Wasser (Rekordhöhe am 18. November
1882 5,79 Meter über normal). Die Gemeinden der Umgebung wurden überflutet, Dornheim konnte sich dank der errichteten Notdämme
noch halten.
In der Nacht vom 31.12.1882 zum 01.01.1883 - also vor 125 Jahren - konnte der Hauptdamm in Erfelden den immer stärker nachdrängenden
Wassermassen nicht mehr stand halten und brach. Auch die Notdämme brachen, eine Flucht war nicht mehr möglich und binnen weniger
Stunden stand der Kreis Groß-Gerau fast völlig unter Wasser. Auch Dornheim wurde jetzt am 01. Januar 1883 schwer getroffen. In allen
Straßen stand das Wasser, und schwere Gewitterregen sorgten dafür, dass sich in den nächsten Tagen die schlimme Lage nicht
änderte. Viele Bewohner mussten mit ihrem Vieh evakuiert werden. Erst nach den 12. Januar 1883 beruhigte sich die Lage und die Dornheimer
konnten beginnen, wieder Ordnung zu schaffen. Der in Richtung Wolfskehlen aufgeschüttete größere Damm hatte
schlimmeren Schaden mit verhindert.
In Dornheim waren am 03. Januar 1883 (höchster Hochwasser stand) von 1477 ha Land der Gemarkung mehr als 1130 ha überflutet (über
76 % der Gemarkungsfläche). Die beiden Markierungen an der Scheidgrabenbrücke in der Bahnhofstraße und in der Großen
Kreisgasse zeigen noch heute die Höhe des Hochwasserstandes der Naturkatastrophe von 1883 an.
Ehemalige Synagoge / Rheinstraße 27
Die letzte Dornheimer Synagoge wurde 1863 erbaut und enthielt 56 Männer- und 33 Frauenplätze. Im Jahr 2008 wäre die vor 70 Jahren
in der Nacht vom 09. zum 10. November 1938 zerstörte und eingeäscherte Synagoge 145 Jahr alt geworden.
1653 ist der erste jüdische Dornheimer erwähnt, der Händler Manasse, der mithelfen sollte zur Belebung des wirtschaftlichen
Sektors (nach der großen Verelendung durch die Folgen des 30jährigen Krieges). Die Mitglieder der jüdischen Gemeinde Dornheim
lebten über 10 Generationen, als vollständig in die deutsche Umwelt integrierte gleichberechtigte Ortsbürger, die wie alle
christlichen Einwohner Dornheims der Bürgereid ablegten (hessische Staatsbürger ab 1828).
Ab 01. Januar 1809 führten die Dornheimer Juden deutsche Familiennamen . Sie wählten teils ihre Namen aus der Dornheimer Feltflur, denn
die war ihnen bestens vertraut (z.B. Dahlerbruch und Wieseneck oder Winterfeld oder Sommerfeld nach der damals noch bestehenden
Dreifelderwirtschaft). 1860 zählte die jüdische Dornheimer Gemeinde 85 Mitglieder.
1870/1871 waren beim Feldzug der hessischen Armee nach Frankreich die jüdischen Dornheimer Max Wieseneck und Nathan Dahlerbruch dabei.
1884 war einer der Mitgründer der FFW Dornheim Herz Kiefer der am 25. Januar 1937 in Dornheim verstorben ist und dessen Grab sich auf dem
jüdischen Friedhof in Groß-Gerau befindet.
1916 verloren zwei junge jüdische Dornheimer ( Alfred Pappenheimer und Emil Pappenheimer) als hessische Infanteristen im ersten Weltkrieg
für Deutschland ihr Leben.
Mit der Boykottierung jüdischer Geschäfte ab 1933 bis zur Verwüstung der Wohnungen jüdischer Dornheimer am 10. November 1938
durch die SA Standarte 221 (und auch bekannter Dornheimer) wurde das Leben der letzten jüdischen Dornheimer Einwohner in Dornheim
unmöglich gemacht.
Am 10. Januar 1939 verließ deshalb als letzter jüdischer Einwohner Leo Strauß seinen Geburts- und Heimatort Dornheim.
Die jüdische orthodoxe Religionsgemeinde in Dornheim hatte leider aufgehört zu bestehen.
Die 1993 in einer Haupt- und Finanzausschusssitzung der Groß-Gerauer Stadtverordnetenversammlung beantragte Anbringung einer
Gedenktafel wurde umgewandelt in die Errichtung eines 1995 eingeweihten Gedenksteins.
Ehemaliges Rathaus / Rathausplatz 1
1922 kaufte die Gemeinde Dornheim für 56.000 Mark einen Garten von dem Mühlenbesitzer Heß. 1936 wurde mit dem Bau des letzten
Dornheimer Rathaus begonnen. 1937 wurde das Rathaus eingeweiht, die Gemeindeverwaltung konnte von der Schule ausziehen und in das Dornheimer
Rathaus einziehen.
Bei dem Angriff amerikanischer Flieger am 12. Dezember 1944 ist das Rathaus teilweise ausgebrannt (Dachstuhl), die vollkommene Zerstörung
des noch neuen Rathauses konnte aber von der Feuerwehr abgewendet werden.
Das Rathaus wurde bis zum Ende der Selbstständigkeit von Dornheim am 31.12.1976 als Dornheimer Rathaus verwendet. Seit 01.01.1977 ist hier
eine Verwaltungsaußenstelle der Kreisstadt Groß-Gerau vorhanden. Die Dienststelle (Verwaltungsaußenstelle der Kreisstadt
Groß-Gerau) ist zur Zeit nur noch an einen Tag vollständig und an zwei Tagen an den Vormittagen geöffnet (wie lange sie noch
überhaupt bestehen bleibt wird uns die Zukunft zeigen!).
Alte Schule / Gernsheimer Landstraße 1
1887 beschloss die Gemeinde Dornheim ein neues größeres Schulgebäude auf einem Gemeindegarten zu bauen, dass auch noch anderen
Zwecken dienen sollte. Die Einweihungsfeier war am Sonntag, den 28. Oktober 1888, mit einem anschließendem Festessen beim Gastwirt Grimm
für 2,20 Mark (Essen mit Wein). Die Neue Schule (ersetzte die drei kleineren Dornheimer Schulen) war laut Groß-Gerauer Kreisblatt vom
31. Oktober 1888 ein höchst praktischer Musterbau, welcher selbst mancher Stadt zum Vorbild dienen könnte und fast 23 000 Mark kostete.
Es ist laut Kreisblatt ein Umschwung eingetreten, der das Gegenteil dessen ist, was früher war. Es sind überaus helle, freundliche
luftige Räume entstanden, weil die modere Hygiene von heute auf solche Umstände besonderen Wert legt. Die neue Schule besteht aus vier
Schulräumen (davon einer in Reserve) und Lehrzimmer. Die neue Schule ist auch noch neues Rathaus mit Standesamtszimmer, Sitzungszimmer und
großer Saal.
Vor 1914 wurden auch der Anfangs in Reserve gehaltene vierte Schulraum genutzt. Nach 1918 wurde der Große Saal als
fünfter Schulzahl genutzt. Das Schulgebäude wurde ab 1937 (nach dem Auszug der Gemeindeverwaltung) bis 1969
fast als reine Schule benutzt (die Feuerwehr war in den Gebäude bis 1974 ebenfalls noch untergebracht).
Heute ist neben vielfältigen Vereinsräumen besonders das Stadtarchiv der Kreisstadt Groß-Gerau zu erwähnen, dass in dem
jetzt schon historischen Gebäude (im Jahr 2008 wird die "Alte Schule" 120 Jahr alt) untergebracht ist.