Mahnwache
Mit einer Ausstellung, einem Schweigemarsch und einer Gedenkversammlung gedachte der Heimat- und
Geschichtsverein dem 9. Nov. 1938 als einen traurigen Tag in der deutschen Geschichte und
auch für die Ortsgeschichte von Dornheim.
Damals wurde auch in Dornheim die Synagoge in Brand gesteckt, die Wohnungen der
jüdischen Familien verwüstet, die Betroffenen misshandelt und in der alten Schule gefangen genommen.
Beispielhaft zeigen die Vorgänge des 9. Nov. 1938 wie durch Vorurteile, Diskriminierung und Ausgrenzung Verfolgung wurde, an deren Ende Deportation und Vernichtung standen.
In der Gedenkstunde am Platz der ehemaligen Synagoge gedachte der HGV allen Opfern der Nazi-Herrschaft aber mit dieser Mahnwache speziell den 10 jüdischen Familien, die um 1933 noch hier lebten und spätestens nach der Pogromnacht Dornheim verlassen haben:
Mit zehn brennenden Kerzen sollte erinnert werden an folgende Familien:
Bahnhofstraße
Nr. 22 Fam. Leo Strauß
Nr. 75 Fam. Leopold Kiefer
Heißfeldstraße
Nr. 3 Fam. Herz Kiefer und Fam. Alfred Silbermann
Gernsheimerstraße
Nr. 9 Fam. Moritz Bendorf
Nr. 13 Lina Wieseneck
Nr. 21 Fam. David Nassauer
Nr. 30 Karoline Dahlerbruch
Mainzer Landstraße
Nr. 18 Fam. Adolf Dahlerbruch
Nr. 19 Fam. Isaak Pappenheimer
Nr. 47 Fam. Moses Pappenheimer
Dank der intensiven Recherche von Meinhard Semmler konnte auch etliches an
Bild- und Informationsmaterial über die betroffenen jüdischen Familien zusammen getragen
und in der Ausstellung gezeigt werden. So gewannen diese Namen nach 70 Jahren wieder Gesichter.
Nach dem Gedenken an die jüdischen Familien gab es zunächst eine Schweigeminute, bevor Werner Appel
noch Informationen zur Synagoge gab.
Ein Redebeitrag von Frau Frontzek schloss sich an, der mit einem Segen endete, bevor
Karl-Heinz Gutweil und Meinhard Semmler unterstützt von den Teilnehmern der Mahnwache den Kanon:
Shalom chaverim“ sangen.

Die zerstörte Synagoge in Dornheim/Rheinstraße 27.