Die Urkunde der Uoda
vom 30. Juni 779
Schenkung der Gottgeweihten Uoda, durchgeführt in
Thorheim (Dornheim),
im 11. Jahre Karls des Großen, unseres Gebieters, des Kaisers unter Abt
Helmerich.
In Christi Namen mache ich, Uoda, die Gottgeweihte, zum Heile
meiner Seele, um der ewigen Widervergeltung willen und damit ich
es verdiene, Verzeihung meiner Sünden zu erlangen, durch diese
Schenkungsurkunde dem heiligen Märtyrer Nazarius, dessen Leib in dem in pago
rinensi (im Oberrheingau) am Flusse Wisscoz (Weschnitz) gelegenen
Kloster
Lauresham (Lorsch) ruht, eine Stiftung.
Zur Übergabe gelangt mein Besitz
in pago Rinahgowe (Oberrheingau)
in den Orten Thorheim (Dornheim)
Ellimaresbach (Wüstung bei Erfelden)
Erifelden (Erfelden).
Und zwar alles, was mir in jenen Orten als mein
gesetzliches Erbe von meinem Vater Theuracar und meiner Mutter Freiheida
zugefallen ist, und nicht weniger das, was mir meine Schwester Fokheith mit
der Auflage übergeben hat, dass ich es durch Weitergabe zu ihrem Seelenheile
verwenden solle.
So übergebe und übertrage ich denn zum Seelenheile von uns allen dies alles in
seiner Gesamtheit, nämlich Hofreiten, Feldern, Äckern, Wiesen, Wegen,
Wäldern, Wohnhäusern, Wirtschaftsbauten und überhaupt alles, was ich
rechtlich besitze.
In ähnlicher Weise übereigne ich
in Lobodingowe (im Ladengau),
in Scrizzesheim (Schriesheim a. d. Bergstrasse)
in Sabsenheim (Groß-, Hohen- und Lützelsachsen a. d. Bergstrasse)
an Weingütern alles was ich in diesen Ortschaften besitze und mir rechtlich
zusteht, alles mit Wohnhäusern, Scheunen und Stallungen.
Ferner schenke ich
in Wormacinse (im Wormser Gebiet)
in Dalaheim (Dalheim bei Oppenheim)
Dinenheim (Dienheim bei Oppenheim) und Oppenheim
alle meine Hofreiten, Äcker, Felder, Wiesen,
Weiden, Wege, Wälder, Weinberge, Wohnhäuser und Wirtschaftsbauten mit allem
Zubehör, mit Wasserrechten an Teichen und Bächen, allen und in allen seinen
Teilen; nicht weniger ach
30 Hörige (Leibeigene) mit folgenden Namen:
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Waltdolf,
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Wolfmund,
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Atto,
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Bertlint,
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Rathfrit,
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Ertman,
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Godelint,
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Lüzela mit ihren Kindern,
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Anstraad,
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Altlint,
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Sindicho,
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Heidolf,
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Mandelint,
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Neriolf,
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Godelint und ihr Bruder Lübbrath,
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Wela,
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Egilolf,
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Wolkendrut,
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Mutheri,
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Wolfswint,
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Guothere,
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und Waacheri
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mit seiner Frau Ingina und sein Sohn Lagbolf
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insgesamt 30 (richtig 27).
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Dies alles, was oben zusammengefasst wurde, in
welchen Orten auch immer und wo sonst auch immer mein Grundbesitz liegen und
mir gesetzlich zustehen mag, übergebe ich.
Ausgenommen ist allein die Habe, welche wie
bekannt, Madalheit innehat und alles, was zu dieser Habe gehört. Alles
andere in seiner unversehrten Gesamtheit, wie oben ausgeführt, übergebe und
übertrage ich aus meinem gesetzlichen Besitz in das Recht und unter die
Herrschaft des Hl. Nazarius – und alles übrige wie oben – bis.... so soll er
seine Strafe erleiden. Als solche bezahle er, unter Gewaltanwendung, durch
die Königliche Kammer, an die Sachwalter jener heiligen Stätte den
doppelten(heutigen) Wertbetrag, nämlich vier Goldschilling und zwei Pfund
Silber – und so weiter das übrige – bis: Geschehen im Kloster Lauresham
Lorsch am 30. Juni 779
Handzeichen der Uoda, welche diese Schenkung machte
Handzeichen der Zeugen
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Germo,
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Ebwurd,
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Orendil,
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Graf Hatto
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Adalbert,
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Ruotwin,
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Hugbert,
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und anderer.
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